Menü

FrauenWerk Stein e. V.
in der Evang.-Luth. Kirche in
Bayern

Geschäftsstelle

Tel.: + 49 911 6806-0
Fax: + 49 911 6806-177

Deutenbacher Str. 1
90547 Stein

info@frauenwerk-stein.de

Aufgaben mit Traditionen Arbeit mit Frauen und Arbeit für Frauen:
Vom Bayerischen Mütterdienst zum FrauenWerk Stein

Das FrauenWerk Stein steht seit mehr als 80Jahren für die Unterstützung, Stärkung und Beratung von Frauen in ihren verschiedenen Lebenssituationen.

Von Frauen für Frauen gegründet, war das FrauenWerk Stein Impulsgeber und Sprachrohr in der Gleichstellungsarbeit im gesellschaftlichen wie auch kirchlichen Kontext. Aus dem FrauenWerk Stein ging das Deutsche Müttergenesungswerk hervor (heute in Berlin als eigenständige Stiftung ansässig).  Die Gründerinnen des FrauenWerk Stein entwickelten die Ideen und Konzepte für einen Weltgebetstag in Deutschland. Verschiedene Materialien für Frauen und Gemeindearbeit wurden und werden vom FrauenWerk Stein e.V. herausgegeben. Noch heute zu beziehen: Weitergehen, Frauenkalender, Lätare.

Für nähere Informationen zur Entstehung des FrauenWerks Stein   » hier weiterlesen

Am 29.3.1933 beschlossen die evangelischen Frauenverbände in Bayern die Gründung einer „Mütterhilfe“. Nach dem Vorbild der schlesischen Frauenhilfe sollten erschöpfte Mütter in Evangelische Erholungsheime geschickt werden, um sich dort auszuruhen und neue Kraft für ihren anstrengenden Alltag zu gewinnen. Außerdem sollten Frauen bei Gemeindeabenden in Fragen von Hauswirtschaft und Erziehung unterrichtet werden, um ihre Rolle als Hausfrauen und Mütter zu unterstützen. Hinter dieser Initiative stand Dr. Antonie Nopitsch.

Die promovierte Nationalökonomin hatte wegen Einsparungen ihre Stelle als Lehrerin in der Ausbildung evangelischer Fürsorgerinnen verloren und beschlossen, diese Idee von sinnvoller Präventionsarbeit zur Stärkung von Frauen und Familien auch in Bayern zu realisieren.

Keimzelle des Deutschen Müttergenesungswerks

Schnell fand die Idee Unterstützung. Sowohl öffentliche Stellen als auch die evangelische Kirche sahen hier eine Möglichkeit, der neuen sozialpolitischen Aufmerksamkeit für Mütter eine sinnvolle Gestalt zu geben. Innerhalb weniger Monate entwickelte sich der Bayerische Mütterdienst mit haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden, der Hunderte von Müttern zur Erholung schickte und in ganz Bayern „Mütterschulungs-Kurse“ abhielt. Zur Unterstützung wurden in den evangelischen Kirchengemeinden Mütterdienstbeauftragte, meist die Pfarrfrauen, benannt, die als Kontaktnetz fungierten. Schnell zeigte sich, dass die erschöpften Frauen in den Erholungszeiten wenig mit sich anzufangen wussten. Daraufhin wurde ein „Kurkonzept“ entwickelt und Kurleiterinnen ausgebildet. Diese Arbeit fand 1950 im Deutschen Müttergenesungswerk eine Verankerung in der deutschen Wohlfahrtspflege und öffentliche Anerkennung.

Auseinandersetzung mit dem nationalsozialistischen Regime

Die Zusammenarbeit mit nationalsozialistischen Einrichtungen wie der NSV (Volkswohlfahrt) und der NSF (Frauenschaft) waren nicht von langer Dauer: Die Nationalsozialisten sahen die Mütterhilfe als Chance, bisher unpolitische Frauen zu erreichen und zu beeinflussen und verboten die kirchliche Mütterschulung. Nopitsch und ihre Mitarbeiterinnen reagierten darauf mit einer Konzentration auf christliche Fragen. Aus Mütterschulung wurden Frauenbibelkreise, die der Stärkung der eigenen Urteilskraft und der spirituellen Begleitung in Zeiten von Krieg und Kirchenkampf dienten. Zur Finanzierung der Arbeit entwickelte Nopitsch eigene Publikationen, z.B. einen „Mutterkalender“ (heute Frauenkalender) und eine eigene Frauenzeitschrift. Trotz massiver Einschränkung und 1945 der Zerstörung des Büros im Pfarramt von St. Lorenz in der Nürnberger Bombennacht überstand das Werk den Zweiten Weltkrieg und widmete sich nach Kriegsende der Unterstützung der vielen Flüchtlinge, die nach Bayern gekommen waren. Mütterabende in Flüchtlingslagern, Erholungsmaßnahmen für die völlig erschöpften Frauen und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wurden kreiert. Die Frauenarbeit wurde politischer, Noptisch wurde Mitglied in zahlreichen kirchlichen und sozialpolitischen Gremien.

Der Weltgebetstag

Durch Kontakte zur Frauenarbeit weltweit brachte Antonie Nopitsch den Weltgebetstag nach Deutschland, der seit 1949 jeden ersten Freitag im März auch in Deutschland gefeiert wird. Das Werk fand eine neue Zentrale in Stein, wo es auf einem Grundstück über der Rednitz ein Erholungsheim und ein Tagungshaus eröffnen konnte, in dem auch die Ausbildung für Gemeindehelferinnen ihr Zuhause fand. Seit 75 Jahren ist das Werk, das sich 2002 in FrauenWerk Stein umbenannt hat, ein Ort, in dem Frauen – und seit den 60er Jahren auch Männer –durch Müttergenesung, Familienbildung und kirchliche Frauenarbeit in ihrem Leben in Familien und als Frauen und Männer in Kirche und Gesellschaft gestärkt werden.

Autorin: Prof. i.K. Dr. theol. Beate Hofmann, Evangelische Hochschule Nürnberg 2008

» weniger lesen

Unsere Historie im Überblick

1933 bis heute. Ausführlich können Sie die Entstehung und Entwicklung des FrauenWerks Stein im historischen Überblick nachlesen. … » Historischen Überblick ansehen

Die 30er und 40er Jahre

1933 Gründung des Bayerischen Mütterdienstes durch Dr. Antonie Nopitsch.
Die Arbeit in dieser Zeit umfasst Müttererholung, Mütterkurse sowie Aufbau und Begleitung gemeindlicher Mütterkreise. Die Arbeit beginnt im Pfarrhaus der Gemeinde St. Lorenz.

1934 Das erste Treffen – „Arbeit mit der Bibel“ – findet mit 90 Pfarrfrauen, Maria Weigle und Meta Diestel auf der Burg Wernfels statt.

1935 Der erste Mutterkalender erscheint.
Das erste Heft der “Schriftenreihe für die evangelische Mutter‘ für 15.000 Abonnentinnen erscheint. Verbot der Kurse mit Müttern, da die NS Frauenschaft erklärt, dass dies ihre Aufgabe sei. Die Arbeit mit der Bibel wird trotzdem intensiv fortgesetzt.

1939 Die Erholungsheime werden beschlagnahmt. Nur noch 15 Erholungsplätze stehen zur Verfügung (8 im Torhaus von Sulzbürg, 7 in Privatquartieren).

1942 Bezug des Müttererholungsheimes Eschau im Spessart.

1945 Zerstörung des Hauses am Lorenzer Platz.
Die Arbeit mit den Flüchtlingen im Schafhoflager – Heimathilfe – beginnt. Gründung des Laetare-Verlages.

1946 Beginn der Steiner Bibelschule unter Leitung von Maria Weigle.
Das Haus in Stein (HJ-Heim) wird gepachtet – Einzug Weihnachten 1946. In der Zwischenzeit geht die Arbeit weiter im Pfarrhaus in Eibach sowie in der Burgschmietstraße in Nürnberg. Anmietung der Müttergenesungsheime „Gut Heft“ im Chiemgau und „Schönau“ Berch¬tesgaden

1948 Der Bayerische Mütterdienst bekommt die Rechtsform eines eingetragenen Vereins und wird Mitglied im Diakonischen Werk. Dr. Antonie Nopitsch ist geschäfts¬führende Vorsitzende. Bau des Mütterkurhauses in Stein. Eine besonders schöne Gartenanlage entsteht.

1948 Dr. Antonie Nopitsch lernt den Weltgebetstag bei der Frauenkonferenz des Ökumenischen Rates und einer USA- Reise kennen

1949 Verbreitung der Liturgie von Stein aus in ganz Deutschland in 50.000 Exemplaren (heute ca. 1,3Mio) Das Mütterkurhaus in Huglfing wird gepachtet.

Die 50er und 60er Jahre

1950 Gründung der Stiftung „Deutsches Müttergenesungswerk durch Frau Elly- Heuss-Knapp. Erste Geschäftsführerin: Dr. Antonie Nopitsch

1951 Kauf des Steiner Grundstückes mit dem ehemaligen HJ-Heim, dem heutigen Liselotte-Nold-Haus.

1953 Die ersten Aufbauwochen für Flüchtlinge aus der DDR und Aussiedlerlnnen aus Ost- und südosteuropäischen Staaten finden statt.

1954 Kauf und Umbau des Hauses in Bad Steben als Mütterkurhaus.
Die Arbeit der Mütterkurse wird in einer Wohnung am Berliner Platz in Nürnberg wieder aufgenommen. Gründung der Arbeitsgemeinschaft Evang. Mütterschulen (spätere Umbenennung in Bundesarbeitsgemeinschaft Evang. Familien-Bildungsstätten).

1955 Dr. Antonie Nopitsch ist weiterhin geschäftsführende Vorsitzende. Liselotte Nold wird stellvertretende Vorsitzende.

1956 Kauf des Hauses in Oberstdorf und Umgestaltung als Mütterkurhaus
Aufgabe des Hauses „Schönau“ in Bertechsgaden

1957 Gründung der Mütterschule Nürnberg am Lorenzer Platz, jetzt Evang. FamilienBildungsstätte.

1958 Erste Erwähnung der Haus- und Familienpflege (Zuschussantrag an das Bayerische Staatsministerium).

1961 Gründung der Mütterschule “Elly-Heuss-Knapp‘, München, Herzog-Wilhelm-Straße, jetzt Evang. Familien-Bildungsstätte „Elly-Heuss-Knapp“.

1965 Dr. Liselotte Nold, stellvertretende Vorsitzende und Mitarbeiterin seit 1941, wird geschäftsführende Vorsitzende des Bayerischen Mütterdienstes. Den stellvertretenden Vorsitz übernimmt Dr. Antonie Nopitsch.

1966 Gründung des ökumenischen Weltgebetstagskomitees in der Bundesrepublik Deutschland. Sitz der Geschäftsstelle ist Stein.

1969 Das neu erbaute Mütterkurhaus Regen-Weißenstein (Bayer. Wald) nimmt die ersten Gäste auf.
Aufgabe der Häuser in Eschau und Gut Heft.

Die 70er und 80er Jahre

1970 Das Gemeindehelferjnnen-Seminar (Bibelschule) stellt seine Arbeit ein. Beginn der Lehrgänge im Bereich der Erwachsenenbildung.

1971 Lieselotte Nold wird geschäftsführende Vorsitzende, Gudrun Diestel wird stellvertretende Vorsitzende und Dr. Antonie Nopitsch Ehrenvorsitzende.

1973 Neustrukturierung der Arbeit in Fachbereiche:

  • Sozialarbeit/Müttergenesung
  • Gemeindebezogene Frauenarbeit und Ökumene
  • Erwachsenen- und Familienbildung
  • Verwaltung/Wirtschaft und Finanzen

1974 Dr. Kerschbaum übernimmt die Geschäftsführung mit geschäftsführendem Kollegium.

1975 10. Januar: Tod von Dr. Antonie Nopitsch.
Aufbau einer bundesweiten Fortbildung für Familien-Bildungsarbeit zusammen mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Evang. Familien-Bildungsstätten.

1976 Neufassung der Satzung des Bayerischen Mütterdienstes und Bildung eines Kuratoriums.

1977 Liselotte Nold ist weiterhin 1. Vorsitzende. Dr. Manfred Buchhorn wird stellvertretender Vorsitzender.

1978 05. Juli: Tod von Dr. Liselotte Nold Ingeborg Geisendörfer wird 1. Vorsitzende des Vereins. Dr. Manfred Buchhorn bleibt stellvertretender Vorsitzender.
Ursula Krüger ist Sprecherin des geschäftsführenden Kollegiums und Fachbereichsleiterin der gemeindebezogenen Frauenarbeit und Ökumene.

Fusion des Laetare-Verlags mit dem Burckhardthaus-Verlag.

Aufgabe des gepachteten Mütterkurhauses in Huglfing.

„Steiner Lose Blätter“ für die Frauenarbeit erscheinen zum ersten Mal.

1979 20. Juni: Tod von Dr. Maria Weigle

1980 Prof. Dr. Guido Gröger ist Geschäftsführer und Sprecher des geschäftsführenden Kollegiums und Fachbereichsleiter der Erwachsenen- und Familienbildung.

1981 Einweihung und Bezug des neu erbauten Mütterkurhauses in Oberstdorf.

1982 Hildegard Zumach wird 1. Vorsitzende, Dr. Manfred Buchhorn übernimmt weiterhin den stellvertretenden Vorsitz.

1984 Waltraud Bidder übernimmt die Geschäftsführung und Fachbereichsleitung Frauenarbeit.

1989 Hildegard Zumach bleibt 1. Vorsitzende, Crafft Truchseß Freiherr von und zu Wetzhausen wird stellvertretender Vorsitzender.
Schließung des Mütterkurhauses „Antonie-Nopitsch-Haus“ in Stein. Einweihung und Bezug des von der Evang. Landeskirche gepachteten Mutter-KindKurhauses „Sonnenbichl“ – Gertrud-Stahmer-Stiftung.

Die 90er Jahre bis heute

1991 Helga Erika Kochan-Döderlein übernimmt die Geschäftsführung des Bayerischen Mütterdienstes.
Umzug der Familien-Bildungsstätte Nürnberg in den Stadtteil Gostenhof.

1992 Einweihung des Erweiterungsbaus des Mütterkurhauses „Weißenstein“ in Regen.
Vermietung des „Antonie-Nopitsch-Hauses“ in Stein an das Deutsche Müttergenesungswerk.

1995 Ingeborg Leitz wird 1. Vorsitzende, Dr. Dietrich Sommerschuh wird stellvertretender Vorsitzender.

1996 Generalsanierung des 1969 erbauten Mütterkurhauses „Weißenstein“ in Regen.
Kauf eines Grundstücks in Thiewssow/Rügen.

1997 Schließung des Mütterkurhauses „Elly-Heuss-Knapp“ in Bad Steben.
Die Kurhäuser in „Weißenstein“ und „Hohes Licht“ erhalten die Anerkennung als Kneipp-Sanatorien.

1999 Erweiterung des Kneipp-Sanatoriums „Hohes Licht“ in Oberstdorf.

2000 Dr. Gabriele Müller-Rückert übernimmt die Geschäftsführung des Bayerischen Mütterdienstes.
Unterzeichnung der Grundvereinbarung zwischen dem Bayerischen Mütterdienst und der Landeskirche.

Start des „Projektes Reorganisation“, ein interner Organisationsentwicklungsprozess.
Verabschiedung des Leitbildes des Bayerischen Mütterdienstes.

Die Kneipp-Sanatorien „Weißenstein“ und „Hohes Licht“ und das Kurzentrum Sonnenbichl“ erhalten das AOK-Gütesiegel.

Die Forschungsarbeit „Gute Mütter – starke Frauen, Geschichte und Arbeitsweise des Bayerischen Mütterdienstes“ von Beate Hofmann erscheint.

2001 Ingeborg Leitz ist 1. Vorsitzende, Isolde Heine-Wirkner wird stellvertretende Vorsitzende.
Errichtung einer Zweigstelle der Evang. Familien-Bildungsstätte München in München-Westend.
Veranstaltungen und Festschrift zum 100. Geburtstag von Antonie Nopitsch.
Sanierung und Erweiterung des Tagungs- und Gästehauses Stein.

2001/02 Reorganisationsmaßnahmen und Satzungsänderung zur inhaltlichen und finanziellen Zukunftssicherung der Arbeit. Übergang von der Fachbereichsstruktur (Stab-Linien-Struktur) zur direkten Verantwortung der Arbeitsbereiche und Einrichtungen mit gleichzeitiger Neuausrichtung der Verwaltungsbereiche (Matrixstruktur).

Einstellung der Planungen für ein Mutter-Kind-Kurhaus auf Rügen und Verkauf des Grundstücks in Thiessow.

Der Ernst Kaufmann Verlag übernimmt vom Burckhardthaus-Laetare Verlag (Jünger Verlagsgruppe) die Publikationen des FrauenWerks.

2002 Isolde Heine Wirkner wird 1. Vorsitzende, Dekan Hans Peetz wird stellvertretender Vorsitzender.

 

Namensänderung: Bayerischer Mütterdienst firmiert als

FrauenWerk Stein e.V. in der Evang.-Luth. Kirche in Bayern

2003 70jähriges Bestehen des FrauenWerks Stein e.V.

Konzentration der Familienpflege auf den Standort Nürnberg mit Beendigung der Arbeit in München.
Bildung des Kompetenzzentrums Pflege: Übergabe der Familienpflege in Bayreuth an die zentrale Diakoniestation Bayreuth.

Neuorganisation der Vermittlungs- und Beratungsarbeit vor der Kur in der Landesgeschäftsstelle Müttergenesung in Stein, den Kurhäusern und den diakonischen Bezirksstellen.

Der Weltgebetstag der Frauen in Deutschland erhält eine eigene Rechtsform und wird eingetragener Verein.

Sanierungs- und Erweiterung im Kurzentrum „Sonnenbichl“ und im Kneipp- Sanatorium „Hohes Licht“.

Neugestaltung des traditionsreichen „Steiner Gartens“.

2005 Steiner Fortbildungsprogramme für Familien-, Organisations- und Gruppendynamik stellt die Arbeit ein.

Schriftenversand des FrauenWerk Stein gibt seine Arbeit auf; Weltgebetstag der Frauen hat einen neuen Anbieter für den Versand des WGT-Materials gefunden.

2006 Verkauf der Klinik Weißenstein in Regen an den Landkreis Regen zur Nutzung als Berufsschulinternat für Call-Center-Ausbildung.

2006/07 Gründung von gemeinnützigen Gesellschaften mit beschränkter Haftung für

  • Familien-Bildungsstätte „Elly-Heuss-Knapp“ – München
  • Familien-Bildungsstätte – Nürnberg
  • Familienpflege Nürnberg
  • Klink Sonnenbichl – Aschau
  • Klinik Hohes Licht – Oberstdorf

2008 Satzungsänderung: Vorstand wird hauptamtlich:
1. Vorsitzende Isolde Heine-Wirkner und 2. Vorsitzende Dr. Gabriele
Müller Rückert (Stellenteilung).

Arbeitsbeginn einer Controllerin für den Verein.

Grundvereinbarung zwischen Evang.-Luth. Landeskirche und FrauenWerk Stein; nach dem Anerkennungs- und Zuwendungsgesetz überarbeitet.

75 Jahre FrauenWerk Stein – Jubiläumsprogramm in Stein.

2009 Klinik Sonnenbichl ist 20 Jahre jung.

AGNF Arbeitsgemeinschaft Notfallmedizin Fürth e.V. wird Mieter und bezieht Räume im Verwaltungsgebäude.

2010 Deutscher Weltgebetstag bezieht neue Räume im Antonie-Nopitsch-Haus.

Familien-Bildungsstätte Nürnberg seit 20 Jahren in Gostenhof.

Klinik Sonnenbichl in Aschau und Klinik Hohes Licht in Oberstdorf erhalten Zertifizierung nach „Diakoniesiegel Vorsorge und Rehabilitation für Mütter/Mutter-Kind“ nach ISO 9001:2008.

2011 Familien-Bildungsstätte „elly“ in München wird 50 Jahre.

Beendigung der Arbeit der 2. Vorsitzenden Dr. Gabriele Müller-Rückert und Übernahme der vollen Vorstandsaufgaben durch Isolde Heine-Wirkner.

Eröffnung von Familienzentrum und „Nachbarschaftstreff“ in der Thalkirchener Straße in München-Sendling in Kooperation mit Stadtjugendamt München und Amt für Wohnen und Migration.

08. August: Tod von Inge Leitz, Vorsitzende von 1995-2001.

2013 80 Jahre FrauenWerk Stein und 25 Jahre „Steiner lose Blätter“.

Grabstein der Familie Nopitsch findet einen Platz auf dem Steiner Gelände.

Zustiftung familiäre Sorgearbeit durch das Deutsche Müttergenesungswerk, in dem das FrauenWerk Stein Mitglied ist.

2014 Umbau von Speisesaal und Physiotherapie der Klinik „Hohes Licht“ in Oberstdorf.

25 Jahre Klinik „Sonnenbichl“ in Aschau.

Anbringung einer Informationstafel am Liselotte-Nold-Haus, ehemaliges HJ-Heim und ältester Gebäudeteil in Stein, angeregt durch das Bayerische Bündnis für Toleranz – Demokratie und Menschenwürde schützen“.

2015 Umbaumaßnahmen in der Klinik „Sonnenbichl“ in Aschau, u.a. Balkone, Aufzug, Innen- und Außendämmung, Heizung.

Der Frauenkalender feiert 80jähriges Jubiläum.

25 Jahre Evang. Familien-Bildungsstätte in Nürnberg-Gostenhof.

Stand: 11.06.18, GF/HW-lo

» weniger lesen

Die Gründerinnen des FrauenWerk Stein

Dr. oec. publ. Antonie Nopitsch  (1901-1975)

» weiterlesen

Maria Weigle  (1893-1979)

» weiterlesen

Liselotte Nold  (1912-1978)

» weiterlesen

Dr. oec. publ. Antonie Nopitsch

Gründerin des Bayerischen Mütterdienstes seit 2002 FrauenWerk Stein e.V.

Dr. Antonie Nopitsch wurde am 3. August 1901 in Traunstein in Oberbayern geboren. Nach dem Studium der Volkswirtschaft an der Universität München war sie von 1927 bis 1933 Dozentin für Sozialwissenschaften und Fürsorgerecht an der Evangelischen sozialen Frauenschule in Nürnberg.

Ab 1932 baute sie den Bayerischen Mütterdienst der Evang.-Luth. Kirche e.V. mit den Arbeitsfeldern gemeindliche Frauenarbeit, Mütterschulen und Müttererholung auf, den sie bis 1965 leitete. Seit dem Jahr 2002 firmiert der Bayerische Mütterdienst als FrauenWerk Stein e.V. in der Evang.-Luth. Kirche in Bayern.

Aus der umfangreichen publizistischen Arbeit von Dr. Antonie Nopitsch ging nach dem 2. Weltkrieg der Laetare-Verlag hervor. 1935 wurden erstmals der „Mutterkalender“ und die „Schriftenreihe für die evangelische Mutter“, die im 3. Reich z.T. illegal war, gedruckt. 1970 erschien „Der Garten auf dem Dach“, Erinnerungen mit Reden und Dokumenten.

Als Geschäftsführerin der Evangelischen Frauenarbeit in Deutschland versuchte Dr. Antonie Nopitsch während des Krieges, auch in Verhandlungen mit der Reichskanzlei, die Frauenverbandsarbeit zu erhalten.

Ab 1949 verbreitete Dr. Antonie Nopitsch die Liturgie des Weltgebetstages der Frauen in ganz Deutschland, nachdem sie den Weltgebetstag bei der Frauenkonferenz des Ökumenischen Rates und einer USA-Reise kennen gelernt hatte. Zusammen mit Elly Heuss-Knapp gründete sie 1950 das Deutsche Müttergenesungswerk mit Sitz in Stein. Sie engagierte sich u.a. in folgenden Gremien: Hauptausschuss des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge, Diakonischer Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland, Leitungskreis der Evangelischen Frauenarbeit in Deutschland, Deutsches Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes.

Dr. Antonie Nopitsch wurde für ihr Schaffen 1950 mit dem Bayerischen Verdienstorden und 1971 mit dem großen Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt.

Sie starb am 10. Januar 1975 in Nürnberg.

D. Maria Weigle

Leiterin des Gemeindehelferinnen-Seminars des Bayerischen Mütterdienstes (seit 2002 FrauenWerk Stein e. V.)

D. Maria Weigle wurde am 15. Februar 1893 in Gruiten im Rheinland geboren. Sie studierte Pädagogik und Theologie. Von 1926 bis 1946 war D. Maria Weigle bei der Hauptgeschäftsstelle der Evangelischen Frauenhilfe in Potsdam zunächst als Schriftleiterin eines wöchentlich erscheinenden Frauenblattes, dann als Reisedienst zur Fortbildung von Leiterinnen der Frauenhilfevereine für Bibelarbeit tätig.

Von 1930 bis 1933 arbeitete sie nebenamtlich als Vikarin in einer Potsdamer Gemeinde.

1933 begann D. Maria Weigle mit der Durchführung von methodischen Ausbildungslehrgängen für Bibelarbeiten, aus denen dann 1936 die Bibelschule der Reichsfrauenhilfe erwuchs, deren Leitung sie übernahm. Während dieser Zeit entstand 1938 das Werk „Bibelarbeit – Methoden der Bibelarbeit mit Frauen“, das 1959 in einer zweiten Fassung als Beitrag in „Am Leben lernen“ von D. Liselotte Nold nochmals erschien.1979 gab Ilse Ueckert „Bibelarbeit mit Frauen“ von Maria Weigle heraus.

Von Frau Dr. Nopitsch 1946 in die Frauenarbeit des Bayerischen Mütterdienstes geholt, war D. Maria Weigle bis 1961 Leiterin des Gemeindehelferinnen-Seminars, einer zweijährigen Ausbildung zur hauptberuflichen Arbeit in Gemeinden, mit Sitz in Stein. „Weil Maria Weigle eine eigene Bibelarbeit der evangelischen Frauen methodisch begründet und gefördert, und so die Aufgabe der Frau in der Kirche an einem wesentlichen Punkt recht erkannt hat“, so die Begründung, wurde D. Maria Weigle 1958 die Ehrendoktorwürde der Evangelischen-Theologischen Fakultät der Universität Münster verliehen.

Sie starb am 28. Juni 1979 in Königsfeld.

D. Liselotte Nold, geb. Sammetreuther

Geschäftsführerin des Bayerischen Mütterdienstes (seit 2002 FrauenWerk Stein e. V.)

D. Liselotte Nold, geborene Sammetreuther, wurde am 22. April 1912 in München geboren.

Seit 1941 arbeitete sie im Bayerischen Mütterdienst und übernahm ab 1965 die Geschäftsführung. Sie prägte entscheidend den Stil kirchlicher Frauenarbeit in Bayern und der evangelischen Kirche in Deutschland.

Aus den Mütterschulen machte D. Liselotte Nold Familien-Bildungsstätten, gründete 1975 die Bundesarbeitsgemeinschaft evangelischer Familien-Bildungsstätten (BAG) und war Gründungsmitglied der Arbeitsgemeinschaft evangelischer Erwachsenen-Bildung (AEEB) in Bayern.

Als Leiterin des Laetare-Verlages gab D. Liselotte Nold 27 Jahre die Laetare-Hefte, eine „Arbeitshilfe für Frauen- und Mütterarbeit“, heraus. Die weiteren Werke „Am Leben lernen – Handbuch für die Frauenarbeit“ und „Frauen heute – Ein Beitrag zur Diskussion“ von D. Liselotte Nold erschienen 1959 und 1967.

D. Liselotte Nold arbeitete in kirchlichen und öffentlichen Gremien auf bayerischer, nationaler und internationaler Ebene mit Schwerpunkt Ökumene und Frauenarbeit mit. Als Delegierte war sie bei den Weltkirchenkonferenzen 1954, 1961 und 1968 vertreten. Sie arbeitete in Gremien im Ökumenischen Rat der Kirche (ÖRK), im „Referat für die Zusammenarbeit von Männern und Frauen in Kirche, Familie und Gesellschaft“ und Lutherischen Weltbund (LWB) in der „Kommission des Weltdienstes“ mit. D. Liselotte Nold war Inhaberin des Bayerischen Verdienstordens und Ehrendoktorin der Theologischen Fakultät der Universität München.

Sie starb am 5. Juli 1978 in Nürnberg.